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Elastische Verformung
Wirken auf einen festen Körper äußere
Kräfte, die im Gleichgewicht sind (andernfalls Beschleunigung!),
so tritt eine Änderung der Form und des Volumens ein. Form- und
Volumenänderung gehen vollständig zurück, wenn die Kräfte
aufhören zu wirken, sofern die Deformation eine bestimmte Grenze
nicht überschritten hat: Der Körper verhält sich elastisch.
Mechanische Spannung
Die Kenngröße für die Beanspruchung von Festkörperteilchen ist die mechanische Spannung
| Wird nach Bild 1 die Kraft F in ihre Normalkomponente Fn und in ihre Tangentialkomponente Ft zerlegt, und sind diese Kräfte gleichmäßig über die Fläche A verteilt, dann ergibt sich eine Normalspannung s und eine Schubspannung t (Tangentialspannung). | ![]() |
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| Bild 1 |
Dehnung, Hooksches Gesetz,
Elastizitätsmodul
Unter dem Einfluß einer Normalkraft Fn (bzw. einer Normalspannung s ) erfährt der Körper eine Verlängerung Dl (Bild 2). Im elastischen Bereich ist diese Längenänderung Dl proportional zur Normalkraft Fn bzw. s.
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| Der Proportionalitätsfaktor ist der Elastizitätsmodul E. Er ist eine Werkstoffkonstante, und hat für praktische Zwecke die Maßeinheit [N / mm2]. | Bild 2 |
Dehnungsmeßstreifen (DMS)
Beim Dehnungsmeßstreifen wird der elektrische
Widerstand eines Drahtes unter dem Einfluß einer Dehnung e geändert.
Nach Bild 3 wird dabei die Länge l des Drahtes auf die
Länge l+dl vergrößert. Gleichzeitig verringert sich der
Durchmesser D um den Betrag dD.
Bild 3
Der Betrag des Verhältnisses von relativer
Durchmesseränderung zur Dehnung e
ist die Poissonzahl oder Querkontraktionszahl µ.
Gl. (7) Poissonzahl
Das Minuszeichen kennzeichnet die
Gegenläufigkeit von Längen- und Dickenänderung.
Da sich auch der spezifischen Widerstand r ändert,
berechnet sich der Widerstand des Drahtes vor bzw. nach der
Dehnung zu
| bzw. |
Bei infinitesimal kleinen Änderungen dr, dl
und dD ergibt sich die relative Widerstandsänderung
Gl. (10)
Gl. (10) besagt, daß die Widerstandsänderung
eines Drahtes, hervorgerufen durch eine Dehnung des Drahtes,
proportional zur Dehnung ist. Der Proportionalitätsfaktor
(genannt: k-Faktor), beschreibt dabei die
Empfindlichkeit des DMS und ist materialabhängig.
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Bei industrieüblichen DMS (Bild 4)
beträgt der k-Faktor ungefähr 2. Das Messgitter besteht
meist aus einer mäanderförmig geätzten
Konstantanfolie. Am häufigsten werden DMS mit
Widerstandswert 350 verwendet. Mit dem gezeigten DMS würde man eine Widerstandsänderung bei Dehnung / Stauchung in horizontaler Richtung bekommen. Eine Dehnung / Stauchung in vertikaler Richtung (Querkontraktion) hätte nur eine zu vernachlässigende Widerstandsänderung zur Folge. |
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| Bild 4 |
Meßschaltungen
Für Messungen mit DMS werden hauptsächlich Widerstandsmeßbrücken (Wheatstone-Brücken) verwendet. Dabei stehen drei Schaltungen zur Verfügung (Bild 5-7):

Bild 5 bis 7
Man unterscheidet dabei zwischen aktiven und
passiven Brückenzweigen (z.B. Viertelbrücke: ein aktiver Zweig
(DMS), drei passive Zweige (Festwiderstände)). Bei der
Halbbrücke müssen die beiden DMS so auf dem Material befestigt
sein, daß R1 gedehnt wird ( e > 0) und R2
gestaucht wird (e < 0). Bei der Vollbrücke müssen R1
und R4 gedehnt und R2
und R3 gestaucht werden.
Brückenempfindlichkeit
Der Quotient Brückenspannung UB
und Brückenspeisespannung US nennt man
die Brückenempfindlichkeit EB.
Sie ist bei den drei Schaltungstypen unterschiedlich:
Viertelbrücke, Halbbrücke, Vollbrücke
![]()
In der Praxis wird die Empfindlichkeit in der
Einheit [mV/V] sowie die Dehnung in [µm/m] angegeben. Mit Gl.
(10) ergibt sich dann:
Viertelbrücke:
Gl.(14)
Halbbrücke:
Gl.(15)
Vollbrücke:
Gl.(16)
Die Brückenspannung UB ist also in allen Fällen proportional zu der zu messenden Dehnung.
Beispiel: Dehnungsmessung am Biegebalken
Bild 8
Nach Bild 8 sind an der Ober- und Unterseite
eines Biegebalkens (der Breite b und der Höhe h)
DMS im Abstand l vom Krafteinleitungspunkt angebracht. Der
obere DMS wird bei der gezeichneten Belastung gedehnt, der untere
gestaucht (Halbbrücke). Die Biegespannung an der Oberfläche des
Balkens berechnet sich zu:
Gl. (17)
Dabei ist F die Meßkraft, M das
Drehmoment, W das Widerstandsmoment und E der
Elastizitätsmodul. Mit dem Widerstandsmoment
Gl. (18)
berechnet sich die Dehnung des Biegebalkens am
Ort l zu
Gl. (19)
Für die freundliche Genehmigung zum Veröffentlichen dieser Schrift, danken wir Herrn Marco Camminadi von der Fachhochschule Gelsenkirchen, Fachbereich Physikalische Technik